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1.
Knappheit
Bei
der Liebeskommunikation geht es um die Kompensation eines
Mangels: Technische Geräte werden hier verwendet, weil
der andere nicht anwesend ist und dieses schmerzliche Fehlen
gelindert werden muß. Dies ist der elementarste Mangel
der Liebenden und seine Entsprechung findet er in der
beschränkten Länge einer SMS-Botschaft. 160
Zeichen sind nicht viel. Das reicht, um zehnmal Ich
liebe dich inklusive Leerzeichen zwischen den Worten
plus einmal Ich liebe zu übermitteln, oder
dreizehnmal ohne Leerzeichen plus einmal Ichl.
Knappheit ist aber immer auch eine Chance. Der Umgang mit
Mangel setzt Kreativität frei und kann dazu dienen, ihn
zu gestalten und dadurch zur Verstärkung der Liebe zu
führen. Welche Möglichkeiten stimuliert hier das
SMS-Format?
Um
dem überbordenden Mitteilungsdrang großer
Gefühle Raum mehr zu verschaffen, wird gerne
gekürzt. Die simpelste Form ist das
WeglassenderWortzwischenräume. Um die Lesbarkeit des
Geschriebenen zu erhöhen, können BinnenMajuskel
Verwendung finden. Auch werden Worte gerne zmgzgn oder abk.,
teilweise unter Rückgriff auf amerikanische Floskeln
wie cu (see you), j4f
(just for fun), bbb (bye bye
baby) oder Neuschöpfungen im Deutschen: Die
beliebteste Abkürzung lautet hdl (hab
dich lieb) mit den Varianten hdal
(hab dich auch lieb) und hdgdl
(hab dich ganz doll lieb). Es lassen sich
Anfangs- und Endtilgungen beobachten, wie bei
wars, sehn, nich, oder
es wird gleich ganz auf Worte verzichtet, um Emoticons zu
verwenden, die aus der Email-Kommunikation bekannt sind: ;-)
für Augenzwinkern, :-( für
Traurigkeit usw. Man kann ebenfalls eingegangene
SMS-Texte speichern und seinerseits weiterverwenden. Und man
kann natürlich auch die Grenze der 160 Zeichen umgehen,
indem man seine Mitteilung in mehrere Sendungen aufteilt.
Wem
es an Originalität mangelt, der findet Hilfe auf
zahlreichen Websites im Internet, wo er passende Beispiele
findet, die er nur zu übernehmen braucht oder gleich
von dort aus auf das Zielhandy schicken lassen kann. Auch
gedruckt liegen zahlreiche Ratgeber vor, die für jeden
Anlaß die richtige Formulierung bieten. Diese
Dienstleistung ist jedoch nicht neu. Sie erinnert an den
Begriff Briefsteller, der schon ab dem 14.
Jahrhundert ein Muster- oder Lehrbuch bezeichnet (liber
epistolaris), das rhetorische Regeln für alle Arten von
Briefverkehr verzeichnet, oft durch Formeln und
Beispielsammlungen bereichert. Die Gefahr der
Stereotypbildung ist bekannt und wird seit dem Mittelalter
beklagt. Man kann also Originalität borgen, muß
jedoch darauf vertrauen, daß der Adressat die Sammlung
nicht kennt. Ansonsten droht gerade in der
Liebeskommunikation Verstimmung.
In
ihrer Knappheit kann die SMS oft nicht mehr sagen, als
daß sie geschrieben worden ist. Gerade in der
Liebeskommunikation ist der Sinn der Botschaft daher nicht
mehr als ein Ich denke an Dich, oder
natürlich auch ein Vergißmeinnicht;
niemand erwartet wirklich Inhalt, der darüber
hinausgeht. Das entspricht der Konzentration der
Liebeskommunikation auf die Expressivität, auf das
faktische das des Gefühls. Es geht nicht um
den Austausch von Ideen, es geht nicht um einen Dialog wie
beim Brief oder beim Telefonieren: Es geht um reinen
Ausdruck. Gerade deshalb ist die Knappheit der SMS für
die Liebe so geeignet.
[In
60% der Fälle wird von der Groß- und
Kleinschreibung abgewichen, 50% der über
30-Jährigen beachtet Groß- und
Kleinschreibung, 66% folgen normgerechter Zeichensetzung,
85 % tilgen das e und das t, 79%
dieser Tilgungen betrifft die 1. Person
singular.]
2.
Schriftlichkeit
Obwohl
Teil des Telefons, basiert die SMS-Funktion auf Schrift.
Neben allen der Knappheit geschuldeten Verwendungen der
Schrift tauchen grafische Gestaltungen auf, die über
die eigentliche Schrift hinausgehen. Das hängt mit der
Tatsache zusammen, daß es eben nicht um die
Übermittlung von Information geht, sondern um den
Ausdruck von Gefühl. Dies läßt sich oft
leichter, direkter oder auch origineller durch grafische
Umsetzung erreichen, die aus der Email-Kommunikation bekannt
sind. Emoticons sind dafür ein Beispiel, aber auch so
etwas wie das Malen von Gegenständen wie
einer Rose: @--))-- oder ganzen Bildern, die Zeichen
über das Display verteilt zu einer Grafik anordnen:
..,..
! ICH
LIEBE !
DICH
Auch
hier gibt es zahlreiche Dienstleister im Internet und
anderswo, die bereits vorgefertigte Bildchen zu laden und zu
versenden ermöglichen. Man sollte dabei nur achtgeben,
daß das Handy des Empfängers die gleiche
Verteilung der Zeichen auf dem Display ermöglicht wie
das eigene.
Eine
weitere Besonderheit ist die Eingabehilfe T9. Sie erspart
das langwierige Tippen von Buchstaben, denn jede der Tasten
des Handys ist mit mindestens drei Buchstaben belegt, so
daß man bis zu dreimal oder öfter für den
gewünschten Buchstaben drücken muß. T9
errechnet aufgrund von Wahrscheinlichkeiten das
gewünschte Wort und verringert damit den Tippaufwand.
Es gibt allerdings gelegentlich mehrere Möglichkeiten
und T9 bietet nicht immer das gewünschte Wort an.
Möchte man z.B. Küsse eingeben und
drückt die Tasten 5, 8, 7, 7, 3, bietet T9
Kurse an. Daraus kann sich dann eine Art
Geheimsprache ergeben, obwohl vielleicht nur
Börsianerherzen bei Sätzen wie Deine Kurse
schmecken wie Honig höher schlagen. Da Liebende
gerne ihre eigene anspielungsreiche Privatsprache ausbilden,
bietet T9 hier zusätzliche Anregung.
Aufgrund
der Knappheit entfallen auch Anrede und Unterschrift bzw.
Verabschiedungsformeln, wenn man den Brief oder das
Telefonat zum Vergleich heranzieht. Das ist technisch auch
nicht notwendig, denn der Absender jeder SMS wird
automatisch angezeigt, wenn seine Nummer im Telefonbuch des
Handys gespeichert ist und der Adressat ist durch die
richtig gewählte Nummer ebenfalls eindeutig
identifiziert. Damit ist der Ort für preisende Anreden
der Geliebten wie meine Teuerste und
Verabschiedungen wie auf ewig Dein nicht
unmittelbar vorgesehen; sie werden daher gerne weggelassen.
Hintergrund
all diesen Umgangs mit Schrift ist die Knappheit. Aus Mangel
an Platz und daher an Informationsmöglichkeit reduziert
sich die Mitteilung auf den bloßen Ausdruck von
Gefühl. Dieser wird aber nicht mehr in aller
Ausschweifung mit den traditionellen Floskeln der
Briefkultur erreicht, sondern in neuen Wendungen, welche die
Schriftzeichen aus ihrer Eigenschaft als Buchstaben in
grafische Grundelemente verwandeln, mit denen expressive
Bilder arrangiert werden können. In diesem
Sinne ist der Inhalt der Liebeskommunikation mittels SMS die
Reduktion solcher Kommunikation auf das wesentliche, das
Gefühl: Der Inhalt paßt sich dem Platzmangel an
und sucht neue Formen des Ausdrucks, die mit der Schrift
über die Schrift hinausgehen.
[:-\
bedeutet unentschlossen, :-* bittere
Pille, :-x Kuß, :-X
großer Kuß, :-&
sprachlos, ängstlich, %-(
Verwirrung, (:-( nachdenklich,
Stirnrunzeln.]
3.
Augenblicklichkeit
Das
Besondere der SMS ist ihre Augenblicklichkeit: kaum
geschrieben, schon gesendet, wobei man davon ausgehen kann,
daß der Adressat die SMS auch sofort erhält und
liest, da kompetente Handy-Nutzer ihr Gerät immer
angeschaltet haben. Das ist der Unterschied zur Email, bei
der man nicht davon ausgeht, daß der Adressat im
Moment des Abschickens auch online ist, vom Unterschied zum
klassischen Brief ganz zu schweigen. Das macht SMS auch
für die Liebeskommunikation besonders geeignet; keine
Postkutsche, kein Briefträger, keine schlampig
arbeitende Post, keine Auslieferungszeit verzögert
Sendung und Empfang. Die SMS-Botschaft ist die
Verkörperung des Instantanen und entspricht damit dem
Liebesgefühl. Sie ermöglicht
Gefühlskommunikation in Echtzeit.
Die
SMS-Botschaft bedeutet inhaltlich daher nicht nur ich
denke an dich, sondern ganz genau: Ich denke
jetzt an dich, und zwar wirklich
jetzt, in dem Moment, in dem du diese
Zeilen liest. Das ist etwas ganz neues, etwas, das man
bisher höchstens mündlich face-to-face oder am
Telefon oder schriftlich beim verabredeten Chat erreichen
konnte.
Sofortige
Lieferung heißt aber auch, daß sofortige Antwort
möglich ist. Damit nähert sich die SMS wieder dem
mündlichen Telefonieren, dem Chat oder dem
zeitraubenden Briefwechsel an und tendiert in Richtung
Dialog. Die sofortige Antwortmöglichkeit hat allerdings
Auswirkungen auf die Liebeskommunikation und zeigt ihre
Dialektik. Denn einerseits kann die Sehnsucht sofort durch
eine SMS-Antwort gestillt werden, andererseits kann bei
deren Ausbleiben die bohrende Frage entstehen, warum denn
nicht gleich geantwortet wird, wo doch der Adressat sein
Handy vermutlich angeschaltet hat; will er etwa im Moment
nicht gestört werden? Und wenn ja, warum?
Das
Ausbleiben einer unmittelbaren Antwort kann in Kontrolle
ausarten, zumal das Handy ortsunabhängig ist. Egal, wo
der andere gerade ist, er ist erreichbar und könnte
sich melden; bestimmte klassische Ausreden fallen daher weg.
Außerdem kann, was in der Liebeskommunikation manchmal
zumindest von einer Seite erwünscht ist, der andere
erreicht werden, auch wenn er anderweitig verabredet ist.
Die Möglichkeit, sich in Erinnerung zu rufen durch den
Klingelton, der das Eintreffen von SMS-Botschaften
signalisiert, kann je nach Standpunkt von Vorteil oder
Nachteil sein.
Sofortige
Antwort und Unabhängigkeit des Ortes bilden auch
Unterschiede zur Liebeskommunikation mittels Brief oder
Telefon. Das Evozieren des anderen, der abwesend ist, nicht
sobald antworten kann und deshalb beschworen werden
muß, entfällt. Ebenso alle Kommunikation, die den
Ort des Verfassens oder des Empfangs einer Nachricht mit
Gefühl auflädt und thematisiert. Und ebenfalls
verschwindet das Warten auf den Anruf, das zum Topos in
Literatur und Film geworden ist, das Kreisen um den Apparat,
die hektische Reaktion auf eingebildete Klingelzeichen, die
Verdammung zur Untätigkeit, die Fesselung an den Ort
des Festnetzanschlusses. Der moderne Liebende kann
außer Haus gehen, er trägt sein Warten mit sich.
[67%
der Frauen und 80% der Männer vertrauen darauf,
daß ihre SMS auch ankommt, 42% der Frauen erwarten
Antwort auf eine SMS, 50% der
Männer.]
4.Privatheit
Versuche
in Familien, die sich ein Handy teilen wollten, haben
ergeben, daß dies nicht funktioniert. Das Handy wird
von den Kommunikationspartnern als ein persönlicher
Gegenstand angesehen, auf den nur der betreffende Adressat
Zugriff hat. Das liegt banalerweise daran, daß das
Handy mobil ist und herumgetragen wird, was einer Gruppe von
Menschen nur gelingt, wenn sie gemeinsam unterwegs ist. Das
Kommunikationsverhalten orientiert sich in der Praxis daher
an dem Grundsatz: ein Handy, ein Besitzer. Dadurch eignet es
sich besonders für private Kommunikation.
Denn
Privatheit bedeutet zunächst, daß die
SMS-Botschaft meist auch den gewünschten Adressaten
erreicht. Niemand anderes bekommt die Nachricht zu lesen, es
sei denn, der Besitzer borgt sein Handy aus oder zeigt es
herum. Man kann also davon ausgehen, daß der
Empfänger auch der gewünschte ist; ein Umstand,
der in der Liebeskommunikation entscheidend ist: Man kann
wirklich privat sein.
Da
die SMS eine Textbotschaft ist und folglich vom
Empfänger gelesen wird, kann der Inhalt vertraulich
behandelt werden. Das steht in eigentümlichen Kontrast
zum ansonsten vollständig öffentlichen Charakter
des Handys: Wer es als Telefon benutzt, kann seine Worte
nicht vor Umstehenden verbergen, die das Gespräch
mitbekommen, ob sie wollen oder nicht. Die SMS dagegen kann
privat bleiben und hat darüber hinaus den Vorteil, dem
anderen eine Nachricht zu übermitteln, die er auch in
großen Menschenmengen allein für sich wahrnehmen
kann. Selbst wenn sich das Eintreffen der SMS mit einem
kurzen akustischen Signal bemerkbar macht, bleibt der Inhalt
der Nachricht verborgen. SMS ist daher die private Kehrseite
des Handys als öffentliches Telefon.
Privatheit
bedeutet auch, daß im Fall der SMS der Absender nicht
anonym bleiben kann. Ist er im Telefonbuch namentlich
gespeichert, wird der Name im Display angezeigt, ansonsten
erscheint die Telefonnummer. Möchte man anonym bleiben,
ist einiger Aufwand nötig; man muß z.B. über
einen Free-SMS-Service im Internet gehen, der
SMS im Auftrag vom Server aus verschickt. Dieses Vorgehen
empfiehlt sich jedoch lediglich dann, wenn man an der
Anbahnung einer Liebesbeziehung interessiert ist. Ansonsten
gilt, daß der Absender immer bekannt ist.
[32,5
% aller SMS enden mit einer Formel für die
Verabschiedung, meist als Abkürzung wie
hdl, cu oder
LG.]
5.Fehlende
Objekthaftigkeit
Der
Text der SMS-Nachricht ist wie jeder Text im Computer
lediglich digital vorhanden. Sein Objektstatus ist daher von
besonderer Art, er ist nicht greifbar wie ein
Brief oder in der Weise aufzeichenbar wie ein
Telefongespräch. Ganz deutlich wird das an der
Aufbewahrungsmöglichkeit von SMS-Nachrichten auf dem
Handy selbst. Zwar sind einzelne Nachrichten speicherbar,
doch hat der Speicherplatz nur einen begrenzten Umfang. Je
nach Länge lassen sich nur 10 bis 15 SMS-Botschaften
aufbewahren. Möchte man neue erhalten, müssen die
alten erst gelöscht werden.
Verschärft
wird diese Situation dadurch, daß sich SMS-Nachrichten
nicht so ohne weiteres anderswo als auf dem Handy
abspeichern lassen. Lediglich technisch avancierte Modelle
verfügen über eine Infrarotschnittstelle, mit der
Daten auf den Computer übertragen werden können.
Oder man besitzt einen Organizer mit integriertem Handy.
Fehlt diese Technik, muß man SMS-Nachrichten zur
Aufbewahrung abschreiben.
Diese
Bedingung stellt für die Liebeskommunikation einen
extremen Unterschied zu allen anderen Kommunikationsformen
dar. Will man eine Nachricht seiner Liebsten archivieren,
ist es die eigene Handschrift, in der sie konserviert wird.
Sammlungen, wie sie z.B. bei Liebesbriefen möglich
sind, an denen man sich immer wieder erfreuen kann, indem
man sie hervornimmt und wieder und wieder liest, sind nur
als Abschriften möglich. Die begrenzte
Speichermöglichkeit verdeutlicht damit, das die
Augenblicklichkeit der SMS technisch eingeschrieben
ist.
Fehlende
Objekthaftigkeit läßt auch die Chance schwinden,
die Nachricht der Geliebten als Fetisch zur
Überbrückung der Trennung zu benutzen. Nichts an
der abgeschriebenen Nachricht ist authentisches Zeichen der
Geliebten, lediglich die Wortwahl und ihre Anordnung.
Nichts, was sich z.B. in einem Brief an Individualität
finden läßt, ist gerettet: keine Tränen, die
das Papier benetzt haben, kein Duft, der auf dem Blatt
verteilt worden ist, kein geblümtes Papier, keine
Beigaben, keine Merkmale der Handschrift. Lediglich nackter
Inhalt, nichts, was die Geliebte buchstäblich
berührt hat.
Alle
Individualität des Absenders muß sich daher im
Inhalt und seiner Abfassung ausdrücken. Jeder Schreib-
oder Tippfehler, jede Bevorzugung von Klein- anstelle von
Großschreibung, jedes Wortspiel mithilfe von T9, jede
Abkürzung und Auslassung kann als Spur der Geliebten
gelesen werden. Mehr jedoch nicht. Materialität ist in
Inhalt kodiert, reines Anzeichen, ohne physischen Kontakt
mit realen geliebten Personen.
[30%
der Frauen und 26% der Männer schreiben niemals eine
SMS an den Partner.]
6.
Ausblick
Alles
dies ist jedoch eine Bestandsaufnahme des Augenblicks.
Daß es anders werden wird, ist
unumstößlich. Auf Werbeplakaten wird bereits das
Fotografieren mit dem Handy angepriesen, das Versenden von
Bildern. Aus SMS wird MMS: Multi Media Service. Und
Bilder sind nur der Anfang. Die Reduktion auf 160 Zeichen
wird fallen, die Bilder werden laufen lernen, Töne,
Musik etc. werden per Handy aufgezeichnet und verschickt
werden können. Mit dem Ausbau des UMTS-Netzes und der
Notwendigkeit, mit neuen Diensten Geld zu verdienen, wird
die alte Form der SMS verschwinden.
Am
Beispiel der Fotos läßt sich zeigen, daß
damit auch die Liebeskommunikation per SMS betroffen ist.
Man kann sich nun als Angesicht in Erinnerung bringen, man
kann eine ganz andere Kontrolle ausüben, indem man sich
ein Foto der Umgebung schicken läßt, in welcher
der andere sich gerade befindet, Knappheit bildet kein
Problem mehr, Schriftlichkeit als Medium wird aufgehoben,
Objekthaftigkeit zumindest erweitert. Lediglich Privatheit
bleibt bestehen, ebenso wie Augenblicklichkeit. Der
Unterschied zur Email-Kommunikation allerdings wird
beseitigt. MMS-Botschaften sind dann Emails mit Attachment
und der einzige Unterschied besteht darin, daß der
Empfänger vermutlich immer online ist. SMS als
eigenständige Kommunikationsform löst sich in
Multimedia auf und verschwindet. Die Liebe wird sich neue
Wege der Kommunikation suchen. Und finden.
[Dieser
Text entspricht 119 SMS-Nachrichten. Inklusive
Leerzeichen.]
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