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Interkulturelles Medium Literatur digital
Interview mit YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES

von Hyun-Joo Yoo

Die literarische Praxis und die Interpretationsmethode sind nicht nur innerhalb des muttersprachlichen Raums relevant, sondern wirken auch als ein Medium des interkulturellen Verständnisses. Als Folge der gegenwärtigen tief greifenden medialen Veränderungen tritt die digitale Literatur neu in diese Arena ein. Um die digitale Literatur zu rezipieren, ist es aber notwendig, das Spezifikum der neuen Medien zu verstehen, das die Form der neuartigen Literatur determiniert. Die Medienästhetik, die sich im Gegensatz zu der auf die Faszination der Technologie akzentuierenden Medienforschung positioniert, erlaubt eine distanzierte Betrachtung gegenüber seinem Gegenstand. Diese Sichtweise kann auch auf Forschungssituationen anderer Länder angewendet werden, vor allem in jenen Industriestaaten, in denen eine Asymmetrie zwischen einer sich rasch entwickelnden Computertechnologie und deren philologischer und medienphilosophischer Diskussion besteht. Gerade in diesem Spannungsfeld befindet sich die Gruppe YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES, die in Südkorea gegründet und wegen ihrer provokanten digitalen Poesie auch in Deutschland bekannt ist. Man kann davon ausgehen, dass ihre Arbeiten als interkulturelles Medium im doppelten Sinne fungieren, einerseits aktivieren sie das unbekannte Thema digitaler Literatur in Südkorea, andererseits helfen sie beim Verstehen fremdkultureller Motive in Europa. Hyun-Joo Yoo sprach mit dem Künstlerduo aus Südkorea und den USA über Netzkunst, Teamarbeit, konkrete Poesie, Literatur als Film, das beschleunigte Leben, den Verzicht auf Interaktivität und Multimnedialität und über Sex in Korea.

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