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Newsletter SEPTEMBER '00
6/2000 (2.Jg. / Nr. 13 ) - ISSN 1617-6901

Inhalt Newsletter:

Tankgirl im digitalen Terrordrom // krusche*grond*house // Praxis-Pool // Forum Netzkommunikation in ihren Folgen // NULL // Interview Berkenheger // Interview Rotermund // Victory Garden // Digital Literature // Narrationspfade in Hyperfiction // Hypertext 2000 // When Literature goes Multimedia // The Distributed Author // Das Epos der Maschine // Interview Schreiber // Questioning Digital Aesthetics // Interview Klötgen // DAC 2000


InterSzene - Symposium zu Theatralität und Oralität im Netz
eine Veranstaltung des MIGROS-Kulturprozents
(siehe auch Beiträge in
Newsletter Juli)

Konzept, Programm, Teilnehmer und Foren des Symposiums

Stephan Porombka: Tankgirl im digitalen Terrordrom (Deutsch)
Das Hypermedia-Werk zum Text: Aus Tim Staffels literarischer Vorlage "Das Mädchen mit dem Flammenwerfer" entstand ein ambitioniertes multimediales Projekt über das pyromanische Tank-Girl, in dem die klare Erzähllinie nicht dem "Emanzipations-Pathos des Interkativitätsdogmas" geopfert wird, dafür aber das Spektakel der Bilder so sehr zur Grundausstattung gehört wie in traditionellen Texten die Notwendigkeit der Imagination. Beispiel dafür, wie eine Vorlage in ein anderes Medium nach dessen Bedingungen übersetzt wird, ohne sich diesem ganz zu unterwerfen.
http://www.dichtung-digital.de/Interscene/Porombka

Walter Grond: [krusche*grond*house] (Deutsch)
Walter Grond reflektiert Funktion und Rolle des Projekts im Internet, wie es sich heute darstellt: Der Anspruch auf kritisches Bewußtsein und die melancholische Haltung literarischer Salons für gealterte Rebellen; das elektronische Zimmer für Leute mit dem Dazwischen-Gefühl, die das Eigene offenlegen, um über das Fremde reden zu können.
http://www.dichtung-digital.de/Interscene/Grond

Der Praxis-Pool enthält folgende neue Anzeigen:

Transactive Exploration of European Cultural Heritage (Europa)
Cyberprosa: Eine Internet-Literatur-Werkstatt (Endres / Tübingen)

Forum "Netzkommunikation in ihren Folgen":

Avantgarde als Arrièregard. Das Beispiel Kolportageroman (Deutsch)
Mirjam Storim führt die Diskussion zurück auf die Anfänge der Kulturindustrie in Deutschland um 1900 und zeigt, dass sich die Rollenbeweglichkeit von Autor und Leser ebenso wie die Phänomene Transversalität und Transfugalität bereits hier als konstitutive Elemente erkennen lassen.
http://www.dichtung-digital.de/IASL-Forum/Storim-18-Aug-00.htm

Poeten-Pinnwand digital - Thomas Hettches Netz-Projekt NULL als Buch (Deutsch)

Vom 1.1. bis 31. 12. 1999 lieferten verschiedene Autoren verschiedene Texte zu verschiedenen Themen ab, die verschiedentlich verlinkt wurden. Immer wieder als Paradebeispiel der Netzliteratur missverstanden und von einem der geladenen Mitschreiber vorschnell als "Abkehr vom Glauben an das Internet" angepriesen, kann dieses literarische Projekt im Netz der Netzliteratur trotzdem "aus den Windeln" helfen. Roberto Simanowksi hat sich die Sache angeschaut.
http://www.dichtung-digital.de/2000/Simanowski/30-Sep

Hyperfiction pur - Interview mit Susanne Berkenheger (Deutsch)

Die 'Grand Dame' der deutschen Hyperfiction hält auch im Zeitalter des multimedialen Internet am Abenteuer der anderen Begegnung mit dem Wort fest. Roberto Simanowski unterhielt sich lang mit ihr über ihre Werke "Zeit für die Bombe" und "Hilfe!": über das Bombenlegen per Klick, die Beobachtung des Lesers durch den Text, die Verwandlung des Lesers zum Mitspieler, die Gretchenfrage der digitalen Literatur sowie über den Zusammenhang von Avantgarde und Wurst.
http://www.dichtung-digital.de/Interviews/Berkenheger-28-Sep-00

Netzliteratur im literarischen Netz - Interview mit Hermann Rotermund (Deutsch)

Hermann Rotermund ist Mitorganisator und Juryvorsitzender der Pegasus-Wettbewerbe 1997 und 1998 und Mitglied der Jury des E-Book-Awards 2000. Roberto Simanowksi sprach mit ihm über Wettbewerbe zur 'Netz'-Literatur, Evaluationskriterien, deutsche Netzliteraten, das Verhältnis von Dichtung und Technik, sein Projekt einer Cyberoper und E-Books.
http://www.dichtung-digital.de/Interviews/Rotermund-26-Sep-00

Reading Victory Garden (Englisch)

In diesem umfangreichen Beitrag stellt Raine Koskimaa ausführlich Handlungsgefüge und Figuren von Stuart Moulthrops Hyperfiction Victory Garden vor und diskutiert verschiedene ihrer Aspekte: Die Ordnung des Erzählens, die Varianten des Endens, den Verdacht, alles in Victory Garden, einschließlich des Golf-Krieges, ist nur eine Art Virtueller Realität, Produkt eines paranoiden Geistes als intertextuelle Anspielung (auf Borges' "Garden of Forking paths", Burrough's cut up-Technik und Pynchon's Gravity's Rainbow ). (>>>Abstract)
http://www.dichtung-digital.de/2000/Koskimaa-12-Sep

Digital Literature: From Text to Hypertext and Beyond (Englisch)

Abstract der Dissertation von Raine Koskimaa, in der Raine Koskimaa u.a. den klassischen digitalen Hypertext und dessen narrative Eigenschaften wie ontolepsis (das "Leck" zwischen separaten ontologischen Ebenen) und den Gebrauch der spatial signification diskutiert. Koskimaas Voraussage: Fiktion, die auf reinem Hypertext basiert, mag an ihr Ende gekommen sein, in der Zukunft scheinen Computerspiele auf, Virtuelle Realitäten und andere stark programmgesteuerte Formen.
http://www.dichtung-digital.de/2000/Koskimaa-10-Sep

Narrationspfade in Hyperfictions. Erzählung als Weg durch den fiktiven Raum (Deutsch)

Hypertexte verknüpfen Raum- und Zeitdimensionen über das Prinzip des Weges. Diese narrative Verknüpfung muss bekanntlich vom Leser selbst geleistet werden, der durch die Wahl einzelner Hyperlinks von Texteinheit zu Texteinheit transportiert wird. Beat Suter untersucht, wie diese vektorale Interaktion zwischen dem Leser und dem Text vor sich geht und was daraus entsteht. (>>>Abstract)
http://www.dichtung-digital.de/2000/Suter-10-Sep

Hypertext 2000 (Deutsch / Englisch)

"Ein eher subjektiver Konferenzbericht" von Anja Rau
http://www.dichtung-digital.de/2000/Rau-5-Sep

When Literature goes Multimedia (Englisch)

Roberto Simanowski geht von Robert Coovers Befürchtung aus, dass die Multimedialisierung des Hypertextes zu einem Wandel von seriöser Ästhetik zu oberflächlicher Unterhaltung führt und zeigt an drei deutschen Beispielen, dass dies nicht sein muss. (>>>Abstract)
http://www.dichtung-digital.de/2000/Simanowski/24-Aug

The Distributed Author. Creativity in the Age of Computer Networks (Englisch)

Christiane Heibach untersucht die Autorschaft in digitalen Werken. Obwohl noch immer der Autor dem Leser die Realisierungmöglichkeiten des Textes vorgebe, sei das Internet der Ort, an dem 1. der Einzelautor abgelöst wird durch kollektive und kommunikative Kreativität, 2. ein Wandel vom fertigen Werk zum sich ständig wandelnden, niemals abgeschlossenen Projekt stattfindet. Heibach unterscheidet zwischen 'schwacher' Kooperation (zwischen Autor und Designer oder mehreren Autoren) und 'starker' Kooperation, bei der jeder user teilnehmen kann. Eine dritte, "kommunikative" Form der Kooperation besteht in den interaktiven Virtuellen Welten. (>>>Abstract)
http://www.dichtung-digital.de/2000/Heibach/23-Aug

Urs Schreibers "Das Epos der Maschine" - Wenn konkrete Poesie digital wird (Deutsch)

Urs Schreibers 'ausfahrbarer Hypertext' wurde von vielen ob seines beeindruckenden technischen und grafischen Designs als genial bezeichnet. Roberto Simanowski untersucht das Projekt als Werk der vierfachen Syntax - Text, Raum, Zeit, Interaktion - und fragt, inwiefern die Ästhetik des Spektakels den Text zum Effekt seines Auftritts funktionalisiert.
http://www.dichtung-digital.de/2000/Simanowski/23-Aug

"Das Epos der Maschine" - Interview mit Urs Schreiber (Deutsch)

Das Interview zur Rezension. Roberto Simanowski sprach mit Urs Schreiber über Entstehung und Konzept des "Epos", über das Lesen unter der Brandung technischer Effekte, 'Buchstabenblut' und die Digitalisierung konkreter Poesie.
http://www.dichtung-digital.de/Interviews/Schreiber-23-Aug-00

Questioning Digital Aesthetics (Englisch)

Bo Kampmann Walther fragt wie die gegenwärtige interaktive Computerkunst mit einer spekulativen philosophischen Ästhetik zu vermitteln ist und stellt Kants Ästhetik (die Kritk auf einer Apriori-Ordnung des menschlichen Konzepts von Schönheit aufbaut) die Luhmanns (nach der Kunst in Differenz und Nicht-Identität besteht) gegenüber. (>>>Abstract)
http://www.dichtung-digital.de/2000/Walther-22-Aug

"Die Aaleskorte der Ölig" - Interview mit Frank Klötgen (Deutsch)

Der Preisträger des 98er Pegasus-Wettbewerbs gab sich als Film aus, versprach 6,9 Milliarden Lesarten, war im Grunde eine Parodie auf den Hypertext und machte sich Freunde wie Feinde. Roberto Simanowski sprach mit Frank Klötgen über das Problem der Ölig, über die Ekel-Ästhetik im Werk, über Publikumsbeschimpfung, literarische Vorblider und die deutsche Szene der Netzliteratur.
http://www.dichtung-digital.de/Interviews/Kloetgen-22-Aug-00

Digital Art and Culture 2000 (Deutsch)

Roberto Simanowskis Bericht zur Digital Art and Culture Conference Nr. 3 vom 2.-4. 8. 2000 in Bergen / Norwegen
http://www.dichtung-digital.de/2000/Simanowski/08-Aug
 


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