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Newsletter Mai '01
3/2001 (3.Jg. / Nr. 17) - ISSN 1617-6901
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Inhalt Newsletter:
Interview Eskelinen, Koskimaa / Discourse Timer / "Adresse des Mediums" / DAC 2001 / "Bodybuilding" / "Zukunft der Literatur" / "Things Spoken" / "Verbarium" / Kunsttot-Manifest / Pragmatische Medienphilosophie

Interview with Markku Eskelinen and Raine Koskimaa [Englisch]

From Spatial Hypertext to Temporally Cybertext - Die "conceptual weakness in average American hypertext and new media theory", die Überlegenheit der Cybertext- gegenüber der Hypertext-Theory, traditionelle ästhetische Vorlieben inkompetenter Wissenschaftler und Kritiker, der "new wave of hypertext fiction", die Unterscheidung zwischen Narratives und Games sowie zwischen digitaler Literature und digitaler Kunst... Roberto Simanowski sprach mit den Herausgebern des "Cybertext Yearbook 2000".
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/30-Esk-Kosk

Discourse Timer. Towards Temporally Dynamic Texts [Englisch]

Von der Räumlichkeit des Hypertext zur Zeitlichkeit des Cybertext - Prolegomena einer erweiterten Poetik digitaler Narration. Markku Eskelinen und Raine Koskimaa gehen über das klassische Link-Konzept hinaus und entwickeln eine Rhetorik der TDHTML (temporally dynamic HTML). Ihr Beitrag beschreibt die Möglichkeiten komplexer zeitlicher Manipulationen digitaler Texte und stellt das entsprechende Programm Discourse Timer vor.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/29-Esk-Kosk

Die Adresse des Mediums [Deutsch]

Mit den neuen Medien ändert sich auch die Psychologie der Adressierung: Adressen sind unabhängig von Ort und Medium (Email ins Handy, Voicemail als Audiodatei per Mail), es hat Platz für nur einen Meier.de und dahinter kann durchaus ein Schulze stecken, der sich aber als Meier ausgibt, die Aura liegt im URL, die Lüge auch. Das Schönste aber: Das Kuvert ist oft zugleich die Postkutsche. Wie sich Medien verorten lassen, wie sie uns ansprechen und welche Tücken darin liegen berichtet der Tagungsband eines kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg. Roberto Simanowski hat ihn sich angesehen.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/25-Simanowski

DAC 2001. Eine Konferenz-Rezension [Deutsch/Englisch]

Anja Raus Bericht vom 4. Durchlauf der Konferenz Digital art and Culture 26.-28. April 2001 an der Brown Universität in Providence (USA). Dem "Familientreffen" mit internationaler Besetzung fehlt inhaltlich ein wenig das Zentrum, sagt Rau und resümiert: "Das romantische Bild vom armen Poeten und der schönen Kunst gilt nicht mehr. Vielleicht kann der neue Urknall in der digitalen Kunst und Kultur aus der konsequenten Mischung der Elemente Wissenschaft und Wirtschaft entstehen."
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/19-Rau

Körper als Hindernis. Frank Fietzeks Bodybuilding-Installation [Deutsch]

Das Verschwinden der zweiten Hand ist eine altbekannte Metapher, wenn es um den Umgang der Menschen mit den Medien geht. In den Kupferstichen des 18. Jahrhunderts entdeckt man sie mitunter tief vergraben im Schoß, während die andere noch das Buch hält, das so erregenden Inhalt vermittelt. Wie immer aber sich Hände und Medium zueinander verhielten, nie bestimmte letzteres, wo erstere sein müssen. Frank Fietzek inszeniert diese Beziehung völlig neu, indem er Sex und Sport auf hinterhältige Weise verbindet.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/13-Simanowski

Siegfried Lenz' Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur [Deutsch]

Wider den digitalen Antichrist. Unter diesem impliziten Slogan zeigt Siegfried Lenz im Titelbeitrag seines Essaybandes, wie sehr er gedruckte Literatur schätzt und wie wenig er von digitaler weiß. Er tappt in alle Fallen, die andere mit ebenso uninformierten Beiträgen auslegen. Dass er auch ins Schwarze trifft, überrascht nicht, denn mancher Einwand gegen das Erzählen mittels digitaler Rhetorik liegt einfach auf der Hand.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/12-Simanowski

Erinnerung im Hypertextformat. Agnes Hegedüs: "Things Spoken" [Deutsch]

Agnes Hegedüs zeigt die Erinnerungsstücke ihres Lebens und bespricht sie. Und weil es Hegedüs' ganz persönliche Geschichte ist, können wir sie nicht nur lesen, sondern auch hören, von Hegedüs selbst gesprochen. Und weil das eine mit dem andern zusammenhängt, gibt es mitten im Text Links zu den anderen Text-Bild-Audiofiles. Und weil die Dinge in der beschriebenen Form ja nur für Hegedüs' existieren, dürfen deren Freunde sagen, was sie sehen.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/08-Simanowski

Text als Bild: "Verbarium" von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau [Deutsch]

Wollten Sie schon immer wissen, wie das Wort Frühling oder Bürgerkrieg gemalt aussieht? Im Verbarium von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau erfahren Sie es. Tippen Sie im linken Fenster das Wort ein und klicken Sie auf send - in zwei, drei Sekunden erscheint ein dreidimensionales Gebilde in Grün. Ihr Wort ist Form geworden und wird nun den anderen Wort-Formen der anderen User im rechten Fenster hinzugefügt. Dort gibt es schon einen ganzen Urwald an Wörtern. Ein Mitschreibprojekt der besonderen Art also. Wie man bald merkt: eins, das völlig einsam macht.
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/06-Simanowski

Musealisierung und Jugendwahn - Frieder Rusmanns Kunsttot-Manifest [Deutsch]

Während die Politiker noch das Thema Sterbehilfe diskutieren, fordert Frieder Rusmann schon den natürlichen Tod des Kunstwerks: Schluss mit Ausstellungen der klassischen Modernen; Verbot von Kunstdrucken; Falten für Mona Lisa, so lauten die Forderungen. Der Protestplattform im Internet steht eine Proteststand-Installation IRL zur Seite. Soll Mona Lisa wirklich Big Brother das Feld räumen? Und inwiefern lebt die Rebellion eigentlich von einem gut sortierten kollektiven Gedächtnis?
http://www.dichtung-digital.de/2001/05/04-Simanowski

Pragmatische Medienphilosophie [Deutsch]

Längst überfällig ist eine systematisch ausbuchstabierte Medienphilosophie als neue Disziplin im Zeitalter des Internet. Mike Sandbothe geht diese Aufgabe in seiner Habilitation nicht ‚theoretizistisch', sondern neopragmatisch an: Der Glaubensstreit zwischen Medienrealisten und Medienkonstruktivisten wird auf soziopolitische Handlungshorizonte zurückbezogen und mit der Frage konfrontiert, welche Medienepistemologie für demokratische Gesellschaftsformen angemessen ist. Das Abstract macht gespannt auf das Buch.
http://www.dichtung-digital.de/2001/04/22-Sandbothe


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