Das
ganze Web eine Bühne!? Netzinszenierungen und
Internetperformances
[Deutsch] Zur
Ästhetik der Lüge. Gefälschte
Websites und Hochstapler
[Deutsch] Stuttgarter
Gruppe und Netzprojekte: Interview mit Reinhard
Döhl und Johannes Auer
[Deutsch] Fotofragmente.
Frank Richters "I concrete myself in a oscillating
world" [Deutsch] Caitlin
Fishers "These Waves of Girls". Preisträger
des ELO Award 2001 [Deutsch] From
Surfiction to Hypertext. Interview with Raymond
Federman [Englisch] Literaturfeste
und Netz-Diskurse. Das Internationale
Literaturfestival und der Hypertext
[Deutsch] Ich
surfe, also bin ich. Das Netz-Buch "Pixel-Ich"
[Deutsch] Russisch
Hypertext. Olia Lialinas "My boyfriend came back
from the war" [Deutsch] Newsletter
2000: Newsletter
1999:
4/2001 (3.Jg. / Nr.
18) - ISSN 1617-6901
frühere
Newsletter
Gibt es
die Netzkunst? Und wenn es sie nicht gibt, ist
das Theater dann ein Teil davon? Gisela
Müller stellt - nach einigen prinzipiellen
Überlegungen - die Preisträger des
Wettbewerb "webscene" vor und nutzt dabei eine
sechsstufige Kategorisierung zur
Genre-Unterscheidung. Ihr Fazit: Das Neue
lässt sich nicht mehr im Internet allein
finden, sondern dort, wo die Grenzen vom
virtuellen zum realen Raum wieder
überschritten werden, das Internet als
eines von mehreren einsetzbaren Medien begriffen
und wieder stärker als das was es ist
verstanden wird: eine Kommunikations- und
Distributionstechnologie. Die anvisierte, vom
'alten' Theater inspirierte Kunstform
könnte Inter-Aktionen heißen und an
die Performance- und Happening-Kunst der 60er
Jahre anschließen.
http://www.dichtung-digital.com/2001/07/18-Mueller
Während
im Literaturbetrieb das Ende der genauso
apolitischen wie selbstinszenatorischen
Popkultur ausgerufen wird, gibt es im Internet
einen Polit-Pop, der mit bösen Mitteln gute
Werke tut. Da werden Websites gefälscht, da
werden Falschmeldungen in Umlauf gebracht, da
geben sich Künstler als Politiker aus. Aber
die Inszenierung ist nicht Selbstzweck. Roberto
Simanowski sieht die Hochstapelei im Dienste der
Aufklärung, der Vermittlung von
Medienkompetenz, der Erziehung zum Misstrauen.
Die Reservierung der richtigen Domain ist oft
der Anfang.
http://www.dichtung-digital.de/2001/07/17-Simanowski
Der Leser
als Objekt des Object Oriented Programming, das
sein Lesen liest. Was in kommerziellen Websites
normal ist, kann auch in digitaler Narration
eingesetzt werden. Søren Polds Artikel
handelt von einer Poetik der Objekte und ihrer
Interaktion, von den Dingen hinter Link und
Interface (Etoys Hijacking, Jodis dekonstruktive
Browser). Die Schlussfolgerung: digitale
Literatur zielt auf die Interpretation des
Codes, auf seine Sichtbarmachung und die
Demonstration seiner Bedeutung: Digitale
Literatur ist somit "a critical investigation
into the computer".
http://www.dichtung-digital.com/2001/07/15-Pold
Reinhard
Döhl zeigt die Traditionen der aktuellen
Netzexperimente, Johannes Auer entlarvt den
immer wieder gleichen Dekonstruktivismus der
Textsourcefetischisten (Jodi & Co) als
"binären Idealismus". Eine klare Attacke,
der man Folgen wünscht. Weitere
Gesprächsthemen: Zufallsdichtung,
Begriffsroulett, optische
Überinstrumentierung, kooperative
Autorschaft, der Anteil des Programmierers am
Ruhm des Ideengebers und die Ängste das
Publikums vor den Experimenten der
Künstler.
http://www.dichtung-digital.com/2001/07/4-Auer-Doehl
Die
Wettbewerbsfrage "Wer bin ich heute? Was werden
wir morgen tun?" beantwortet Richter, indem er
ein Selbstportrait der Bearbeitung durch Flash,
JavaScripts und dynamische Layer aussetzt. Das
erbringt interessante Effekte einer
dekonstruktivistischen Fotofilosofie. Cindy
Sherman würde, könnte sie
programmieren, vielleicht etwas ähnliches
machen. Aber sie würde wohl die Fallen der
Wiederholung vermeiden und die Fotos
stärker mit den Texten verbinden, meint
Roberto Simanowski.
http://www.dichtung-digital.com/2001/06/25-Simanowski
"Wer bin
ich heute? Was werden wir morgen tun?" - so
lautete die Themenvorgabe, die mit den Mitteln
des Internet angegangen werden sollte. Die Jury
vermisste etwas die "internetspezifische
Interaktion" und verteilte das Preisgeld auf
zwei völlig verschiedene Werke. Roberto
Simanowski findet beide nicht
unproblematisch.
http://www.dichtung-digital.com/2001/06/22-Simanowski
Der ELO
Award 2001 geht an Caitlin Fishers Hyperfiction
These Waves of Girls. Was bewog die Jury,
sich gegen die weit radikaler mit dem neuen
Medium arbeitenden Mitbewerber gerade für
dieses recht harmlos erzählende Werk zu
entscheiden. Die multimediale Verpackung? Das
strukturadäquate Sujet des Erinnerns? Das
publikumswirksame Thema der lesbischen
Identität? Roberto Simanowski stellt das
Werk mit einigen Auszügen vor, die im
konkreten und im allgemeinen auch nach Sinn und
Wesen der Verlinkung, der Bild-Text-Bezüge
sowie den Maßstäben des Designs
fragen lassen.
http://www.dichtung-digital.de/2001/06/20-Simanowski
Sein
Manifest titelt "The Real Begins Where the
Spectacle Ends", fragt nach den
Überlebenschancen der Literatur und sieht
diese in Surfiction und Critifiction. Deren
Ausführungsbestimmungen - to break with the
linear concept of syntax - gemahnen an
Hypertext, der durch die Multimedialisierung des
WWW selbst von der Dramaturgie des Spektakels
bedroht ist. Roberto Simanowski sprach mit
Raymond Federman über Spektakel off- und
online, über Playgiarism und das Konzept
der Realfiction.
http://www.dichtung-digital.de/2001/06/09-Federman
Die
Literaturfestivals zeigen keine
Berührungsängste mehr und nehmen das
Thema Literatur im Internet gern ins Programm
auf. So auch das erste Internationale
Literaturfestival vom 14.-24. Juni in Berlin.
Ist der Glaube an die Zukunft des Buches so
groß, dass man den Medienkonkurrenten
nicht mehr fürchten zu müssen glaubt?
Oder ist er so schwach, dass man diesen nicht
länger ignorieren will? Roberto Simanowski
glaubt, dass man von Foucault gelernt hat und
die Sache durch eine bestimmte Diskursivierung
erledigen will.
http://www.dichtung-digital.de/2001/06/19-Simanowski
"Ein Buch
über die Auswirkungen eines kommunikativen
Mediums auf den Lebensalltag von Menschen - eine
Mediengeschichtsschreibung von unten." So hat
Christiane Heibach das Buch gelesen, dessen
Erscheinen einst eine Debatte im
Literaturcafe.de hervorrief. Sie fand es
unterhaltsam, "manchmal ob der vielen
Selbsterforschung auch ermüdend", und teilt
aus mehreren Gründen nicht die anderswo
vorgebrachten Einwände gegen das
Unternehmen der Buchpublikation an sich.
http://www.dichtung-digital.de/2001/06/18-Heibach
Olia
Lialinas "My boyfriend came back from the war"
(1996) ist ein Stück digitaler Literatur
mit beneidenswerter Wirkungsgeschichte. Im
Gegensatz zu anderen Hypertexten hat man hier
das Gefühl, dass etwas mit einer
Unausweichlichkeit funktioniert, die man Links
nicht zutraut. Weil die Geschichte so kurz ist?
Weil die Links ins Vertikale und Horizontale
gesetzt sind? Weil Lialinas Englisch eine
prägnante Beschreibung erzeugt?
http://www.dichtung-digital.de/2001/06/10-Simanowski