www.dichtung-digital.de/Newsletter/2002/04.htm

sponsored by:

Newsletter 4/2002
4.Jg. / Nr. 24 - ISSN 1617-6901
frühere Newsletter

hg. v. Roberto Simanowski (Editorial)

Inhalt Newsletter:
Spielbegriff / Hypertext / interaktive Medienkunst / Interview: Tholen / Manovichs "Language of New Media" / Interview: Karpen / Interview: Amerika / Programmierer-Künstler / Online-Projekt "Shrink to fit"Computerviren / Interfictions / McLuhans "Magische Kanäle"

Spielbegriff zwischen Texthermeneutik, Hyperfiction und Computerspiel [Deutsch]

Der Spielbegriff in seiner historischen Entwicklung: als abstrakt-figuratives Konzept reflexiver Prozesse und als konkret performativ-kommunikativer Akt. Manuela Kocher und Michael Böhler zeichnen die Grenzziehung zwischen ästhetischem und nicht-ästhetischem Spiel nach und erklären, warum mit den neuen Kunst- und Literaturformen der Hyperfiction und Computerspiele die Dichotomie brüchig geworden ist und sich eine Verschiebung des Spielbegriffs vom Figurativen zum Performativen abzeichnet.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-31-Kocher-Boehler.htm

Hyperfiction: Merkmale, Forschung, Poetik [Deutsch]

Roberto Simanowski widmet sich ausführlich einigen Grundproblemen des Hypertextes mit folgenden Thesen: Die Öffnung und Verbindung der Nodes in HT-Dokumenten erfolgt um den Preis strenger Textgrenzen. Statt vom Tod des Autors zu reden, sollte man den des Lesers erklären. Links sind weniger Mittel der Ironie und kritischen Reflexion als der Karnevalisierung des Denkens. Die Resemantisierung durch Rekontextualisierung verfängt sich im konzeptionellen Widerspruch, denn der Aufschub (einer Linkwahl) kann die Bedeutung (der zugehörigen Textpassage) kaum intentional ändern.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-31-Simanowski.htm

"Formen interaktiver Medienkunst", hg. v. Peter Gendolla u.a. [Deutsch]

Ein Sammelband von längerer Haltbarkeit, dessen Fokus auf Interaktivität - statt auf Intermedialität oder Hybridkultur - allerdings etwas voreilig das soziologische Erklärungsmuster der Medienanalysen in den Vordergund schiebt. Georg Christoph Tholen hat ihn genau gelesen und bleibt den Beiträgen keinen kritischen Kommentar schuldig.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-29-Tholen.htm

Medienwissenschaft und Curricula: Interview mit Georg Christoph Tholen [Deutsch]

"Nur in der Doppelkompetenz, die aus bewährten Interpretationsverfahren, wie sie etwa die Germanistik zu lehren weiss, und aus medienwissenschaflicher Diskursanalyse sich entwickeln wird, werden sich Kriterien dessen, was sich als digitale Literatur bestimmen lassen könnte und zu einem erweiterten Kanon des kulturwissenschaftlichen Wissens beitragen könnte, aufstellen lassen." Prof. Dr. Georg Christoph Tholen wurde 2001 als Leiter ans Institut für Medienwissenschaften der Universität Basel berufen. Roberto Simanowski befragte ihn zu den Eckpunkten aktueller Medientheorie und ihrer Praxis in Basel.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-28-Tholen.htm

Metonymical Mov(i)es. Lev Manovich's "The Language of New Media" [Englisch]

Glaubt man Lev Manovich, haben wir in den neuen Medien vor allem mit visueller Kultur zu tun, die kinematographisch dominiert ist Und tatsächlich sind Hollywoods und Silicon Valleys Sprachen der neuen Medien massiv kinematograohisch. Und totzdem: Inke Arns erkannte die Welt nicht wieder, die Manovich beschreibt. Ihr fehlten all die anderen Aspekte der neuen MEdien wie: Netzkunst, Medienkunst und die Praktiken der Netzkultur wie Chatting oder SMS.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-27-Arns.htm

Creating and understanding digital art: Interview with Richard Karpen [Englisch]

"With regard to the nature of teaching and research, we are boldly experimenting with our curriculum. I can't say I know exactly what I'm doing, but I know that we must make changes in our arts curricula and just as in the process of making art, making a new arts program will require some adventurous thinking and taking some risks." Richard Karpen ist Professor für Musik und Direktor des Center for Digital Arts and Experimental Media an der University of Washington in Seattle. Roberto Simanowksi sprach mit ihm über die Ziele des Centers und die Beziehung zwischen digitalen Medien und akademischer Welt.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-26-Karpen.htm

Reconfiguring education with flexible teachers: Interview with Mark Amerika [Englisch]

"The very notion of an engaged net art practice focused on digital narrative and theory in cross-media platforms challenges our conventional assessment of what a certain kind of work or cultural production actually is. We need to reconfigure education and the pedagogical process associated with learning, especially when using new media technology in an arts and humanities context." In einem früheren Interview sprachen wir mit Mark Amerika über sein Werk, über Autorschaft und über Schreibkonzepte im Netz. Inzwischen ist er Professor an der Fakultät der Schönen Künste der University of Colorado und somit Brücke zwischen Praxis und Theorie.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-25-Amerika.htm

Texte, Scripts und Codes. Ein Exkurs zur Grenzfigur des Programmierer-Künstlers [Deutsch]

Die Programmierer als moderne Zauberer, die den unerbittlichen Gesetzen ihrer Magie unterstehen: fehlt auch nur ein Komma, ist alles hin. Die Programmierer als moderne Ikonoklasten in einer Zeit des visuellen Spektakels: Sie wirken hinterm Bildschirm mit Schrift, damit vorn Bilder entstehen. Die Programmierer als "schroffe Schriftsteller": Der Befehlston und die Wortkargheit sind ihr Berufsethos. Die Programmierer schließlich als Gesetzesbrecher, wenn sie Copierschutz-Codes veröffentlichen: Denn dieser sei in erster Linie funktional als illegale Zugangsschaffung und falle so nicht unter den Schutz der freien Rede. Und wenn, wie das Beispiel zeigt, der inkriminierte Code gemalt, gesungen und in dramatischen Lesungen vorgebracht wird? Wird Mathematik dann Kunst weil sie Ökonomie war? Reinhard Storz geht diesen und weiteren Fragen zum Kunstpotential des Programmierers nach.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-24-Storz.htm

Online-Projekt "shrink to fit": Xcults Auftragswerke an Künstler und Kritiker [Deutsch/Englisch]

Bei 10 Künstlern und Künstlerinnen gab Xcult.org neue Netzarbeiten (von 3 bis 5 Minuten Aufmerksamkeitdauer) in Auftrag. Zu jeder Arbeit schrieb ein Autor / eine Autorin zugleich einen Text (von 3000 bis 5000 Zeichen). Von August 01 bis Mai 02 wurde so bei "shrink to fit" monatlich ein neues Teilprojekt und der zugehörige Text aufgeschaltet. dichtung-digital übernimmt in Kooperation mit Xcult die Dateien des abgeschlossenen Projekts, um es auch dem eigenen Publikum bekannt zu machen.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-23-shrink.htm

Die @-Bombe: Vom bösen Genie hinter apokalyptischen Computerviren [Deutsch]

Sind alle Virenbschreiber männlich, zwischen 12 und 30 und arg pubertär? Was enthalten die seltsamen "Digitalgraffiti" der Virenschreiber in den Kommentarzeilen des Programms? Wie verhalten sich Virenschreiber zur Antivirenindustrie? Wieso richtet ein Hoax mehr Schaden an als ein Virus? Kommt der digitale Bandwurm, der sich als Nemesis durch die Datenbestände der Welt fressen wird? Hilmar Schmundt hat sich dazu und zu vielem mehr umgehorcht.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-20-Schmundt.htm

Interfictions. Vom Schreiben im Netz [Deutsch]

Einleitung zum Buch "Interfictions. Vom Schreiben im Netz" von Roberto Simanowski, das nicht von Literatur handelt, die ins Internet wandert und schließlich doch auf Papier enden will, sondern von 'Literatur', die im und aus dem Netz des digitalen Codes entsteht, die interaktiv und intermedial ist und die durch die verborgene Befehlssprache unter der Bildschirmoberfläche auf einem Alphabet der Inszenierung beruht, das sie undruckbar macht. Die Einleitung erörtert den Medienwandel, Begriffe, Merkmale, Typologie digitaler Literatur sowie deren Geschichte und Zukunft.
http://www.dichtung-digital.com/2002/07-19-Simanowski.htm

The Messager is the Message. McLuhans "Magische Kanäle" [Deutsch]

Man sah in ihm einen populistischen Schwätzer und einen Propheten der neuen Medienwissenschaft, man warf ihm die Irrationalität seiner Argumentation vor oder lobte die Originalität seines Denkens, man bemängelte die unklare Begrifflichkeit und man zitierte ihn so oft es ging. Kurz: Heute kommt keine Medientheorie an Marshall McLuhan vorbei. Und alle beginnen sie mit dem Satz der Sätze: The Medium is the Message. Roberto Simanowski hat sich das Buch wieder angesehen.
http://www.dichtung-digital.com/2002/06-07-Simanowski.htm


Newsletter 2002:

aktuell - 1 - 2 - 3

Newsletter 2001:

1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6

Newsletter 2000:

1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7

Newsletter 1999:

1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7