Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Roberto Simanowski (Gastredaktion)
Text & Kritik Heft 152: Digitale Literatur
Oktober 2001, ca. 90 S., ca. 26, 00 DM
ISBN 3-88377-684-X
 

Bei "Digitaler Literatur" geht es nicht um Literatur, die ins digitale Medium übertragen oder dort diskutiert wird, sondern um Literatur, die unmittelbar in und aus diesem Medium entstanden ist. Welche ästhetischen Potenziale ergeben sich dabei? Wie verändert sich der Text in dieser neuen Art von Literatur, deren Existenzgrundlage die digitale Form ist? Was ist das Netzige an Netzliteratur? Inwiefern ist multimediale Literatur überhaupt noch Literatur? Echte Netzliteratur etwa erhält durch die Vernetzung erst ihre Gestalt. So leben z. B. die Mitschreibprojekte davon, dass Leser sich in Autoren verwandeln. Dagegen benötigt Hyperfiction das Internet zumeist nicht, denn ihre Spezifik liegt darin, dass die Leser sich die vorgegebenen Teile eines Romans selbst zusammenstellen. Bei Hypermedia als der dritten populären Subgruppe der digitalen Literatur geht es um die Verbindung von Wort, Bild, Ton und Film, also um das mediale Gesamtkunstwerk.

Von all diesen neuen Phänomenen berichtet das vorliegende Heft. Neben einer systematisierenden Einleitung von Roberto Simanowski, der die Phänomene digitaler Literatur vorstellt, begrifflich fasst und ihre spezifischen Eigenschaften und Probleme diskutiert, enthält das Heft Beiträge von Friedrich W. Block, Michel Chaouli, Robert Coover, Florian Cramer, Kurt Fent, Peter Gendolla, Christiane Heibach, Karin Wenz, Uwe Wirth. Eine Bibliografie sowie ein Glossarium runden das Heft ab.

Inhaltsverzeichnis:

ROBERTO SIMANOWSKI
Autorschaften in digitalen Medien. Eine Einleitung

ROBERT COOVER
Goldene Zeitalter. Vergangenheit und Zukunft des literarischen Wortes in den digitalen Medien

CHRISTIANE HEIBACH
Ins Universum der Digitalen Literatur. Versuch einer Typologie

KARIN WENZ
Eine Lese(r)reise: Moving text into e-space

UWE WIRTH
Der Tod des Autors als Geburt des Editors

MICHEL CHAOULI
Was bedeutet: Online lesen? Über die Möglichkeit des Archivs im Cyberspace

PETER GENDOLLA / JÖRGEN SCHÄFER
Auf Spurensuche. Literatur im Netz, Netzliteratur und ihre Vorgeschichte(n)

KURT FENDT
Leser auf Abwegen. Hypertext und seine literarisch-ästhetischen Vorbilder

FRIEDRICH W. BLOCK
Website: Zum Ort digitaler Literatur im Netz der Literaturen

FLORIAN CRAMER
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CHRISTIANE HEIBACH
Auswahlbibliografie

Glossar

Notizen